(Fast) immer zum Fotografieren bereit


Beruflich fotografiere ich als Sportreporter mit der Nikon D2H bzw. D800, welche mir unterwegs auf dem Motorrad selbst mit dem aufs nötigste eingeschränkten Zubehör an Objektiven doch zu schwer und unhandlich sind. Weshalb ich mich im Frühjahr 2012 auf der Suche nach etwas praktischerem für die Tour für die damals neu auf den Markt gekommene Nikon 1 J1 entschied. Ganz wollte ich eben doch nicht auf die Möglichkeit verzichten, zwischen verschiedenen Objektiven zu wechseln. Ich habe den Kauf nicht bereut, der Großteil der Fotos auf dieser Website wurde mit der kleinen Nikon gemacht, die auch mit zwei Wechselobjektiven kaum Platz im Tankrucksack benötigt. Speziell bei Landschaftsaufnahmen muss sich das Teil dank qualitativ guter Objektive nicht vor ihren großen Geschwistern verstecken, geht es allerdings um Action- bzw. Fahraufnahmen kommt die kleine Systemkamera trotz diverser Programm-Modi für eben diese Zwecke natürlich nicht an die Profikameras heran. Ist so etwas geplant, dann muss doch die Spiegelreflex samt lichtstarker Objektive (80-200 f/2.8 oder 300/f.2.8) mit ins Gepäck. In vielen Fällen aber erledigt auch mein iPhone 6S Plus (bzw. davor das 5S bzw. 4S) den Job der Momentaufnahme – es ist flach, praktisch immer dabei und liefert mittlerweile eine erstaunlich gute Qualität, solange sich das Motiv nicht bzw. kaum bewegt. Bei meiner Schwarzmeer-Reise im Mai 2016 etwa wurden nahezu alle Fotos mit dem iPhone gemacht. Dazu kommt mit der "Panoramaaufnahme-Funktion" ein nettes Feature dazu, das speziell bei Landschaftsaufnahmen wunderbare Ergebnisse liefert. Leider vergesse ich noch (zu) oft auf diese Möglichkeit…

 

Von großartigen Bild-Nachbearbeitungen mit Programmen wie Lightroom halte ich persönlich übrigens weniger: Ich will am Bild das wiedererkennen, was ich beim Fotografieren gesehen habe – nur bei manchen Fotos verändere ich nachträglich im Photoshop ein wenig den Kontrast bzw. wird ebendort etwas nachgeschärft. Mehr als ein paar Sekunden beschäftige ich mich aber kaum mit einem Foto.

 

Nachstehend unbearbeitete Bilder "out of cam":

Nikon D2H, Nikkor 80-200 f/2.8D IF-ED, Belichtung manuell:

Nikon D800, Nikkor 70-300 f/4-5.6 ED, Belichtung manuell:

Nikon 1 J1, 1Nikkor 10-30 f/3.5-5.6 VR, Blendenautomatik:

Apple iPhone 6S Plus, Fotomodus:

Apple iPhone 5S, Fotomodus:

Apple iPhone 6S Plus, Panoramamodus:

Apple iPhone 5S, Panoramamodus:

Apple iPhone 4S, Panoramamodus:

Stehenbleiben, knipsen, weiterfahren…

Natürlich bedarf es für ein wirklich gutes Foto in den meisten Fällen Zeit – und wenn ich z.B. ein Motorrad für den Testbericht ins rechte Licht rücke, nehme ich mir diese auch oft. Unterwegs auf zwei Rädern steht bei mir aber der Fahrspaß klar an erster Stelle, läuft das Fotografieren in den häufigsten Fällen so ab, dass ich gar nicht vom Moped steige oder wenn doch, rasch einmal in jede Himmelsrichtung knipse und dann geht die Reise auch schon weiter. Dauert meist nicht lange genug, um eine Zigarette zu rauchen, wie sich Mitfahrer schon des öfteren "beschwerten". Ich nenne das auch bewusst "knipsen" und nicht "fotografieren", es reicht aber meinen Ansprüchen, eine Reise bzw. Ausfahrt zu dokumentieren und die Erinnerung daran zu bewahren.

Mit dem Wissen um ein paar "Grundregeln" sind ordentliche Ergebnisse ohnehin fast garantiert. So sollte z.B. bei Landschaftsaufnahmen der Horizont nicht genau in der Bildmitte sondern nach Möglichkeit am besten entweder im oberen oder unteren Drittel des Bildes liegen, Objekte im Bild-Vordergrund lassen sich durch die Schärfentiefe (z.B. mit offener Blende) gut hervorheben, bei Fahraufnahmen ist eine höhere Verschlussgeschwindigkeit von zumindest 1/500s, besser jedoch 1/1000s (aufwärts) ratsam. Es sei denn, man schwenkt die Kamera mit dem bewegten Objekt bei längerer Belichtungszeit mit, was selbst bei langsamen Fahrgeschwindigkeiten durch den verschwommenen Hintergrund Dynamik ins Bild bringt. Das ist dann freilich schon eher ein Spiel für Geübtere – und ich will hier keinen Workshop initiieren. Dafür gibt es Kompetentere als mich und auch einschlägige Internetseiten bwz. -foren.