Reparaturen

Obwohl der Tiger grundsätzlich ein äußerst verlässliches Reisemotorrad ist, musste er auch schon außerhalb der Service-Intervalle von 10.000 Kilometern in die Werkstatt - und ist dort beim kompetenten Team von Ossimoto in Wien 15 in guten Händen. Hauptsächlich waren es lediglich "Routine-Eingriffe" wie bis ans Limit gefahrene Bremsbeläge oder durch meine Offroad-Ambitionen gebrochene Kupplungshebeln (an der verjüngten Sollbruchstelle, was ein Weiterfahren problemlos möglich macht) bzw. Spiegeln. Mit der Zeit kam dann freilich auch das eine oder andere unerwartete Gebrechen dazu, in Anbetracht der doch ordentlichen Kilometerleistung, die dem Tiger abverlangt wird, aber alles im Rahmen wie ich meine. Sämtliche Wehwechen der Raubkatze im Detail:

 

• Bei 37.000 Kilometern stellte sich mit einer gebrochenen Feder der Schaltwelle ein erstes massiveres Problem ein, das jedoch seitens Triumph prompt auf Garantie behoben wurde.

 

• Bei 40.000 Kilometern wurde es erstmals teuer, die Kupplung war beim Offroadfahren im Friaul durchgebrannt, als ich sie auf einer steilen Schotter-Passage wohl doch etwas zu lange schleifen ließ. Laut Ossi bin ich der erste, der das mit dem Tiger 800 "geschafft" hat, sein "bist halt a wüda Hund" war da aber nur ein schwacher Trost…

• Ebenfalls bei 40.000 Kilometern wurde ein neuer Antriebssatz (Kettenrad, Ritzel und Kette) installiert. Verschleißteile, die verhältnismäßig lange gehalten haben und wohl auch noch einige (wenige) tausend Kilometer gehalten hätten, ich bin als Vielfahrer jedoch lieber auf der sicheren Seite.

 

• Bei ca. 44.000 Kilometern und nach einer Standzeit von rund 5 Wochen quittierte die Batterie ihren Dienst und musste durch eine neue ersetzt werden.

 

• Bei ca. 52.000 Kilometern "gelang" es mir in Albanien erneut, die Kupplung zu verbrennen, dennoch kam ich noch gute 2000 Kilometer weit damit, ehe sie gewechselt wurde. An sich geht das im Gelände bzw. tiefem Schotter schon Mal sehr rasch und streng genommen war ich selber schuld, dennoch dachte ich zu dem Zeitpunkt, dass die relativ kleinen Kupplungsscheiben eine Schwachstelle der 800er Tiger sein könnten. Mittlerweile halte ich es aber doch eher damit, dass dies Eigenverschulden gewesen ist bzw. in dieser Situation auch mit (fast) jedem anderen Motorrad passieren hätte können.

 

• Bei 69.000 Kilometern musste zum zweiten Mal die Batterie gewechselt werden - die zweite hielt also lediglich 25.000, bis sie nach einer Standzeit von nur 4 Wochen einging.

 

• Bei 70.000 Kilometern waren die Bremsscheiben vorne und hinten jeweils bis unter bzw. an die Toleranzgrenze abgenützt, weshalb neue draufkamen. Bei dieser Gelegenheit (und nach 30.000 km im Betrieb) wurde auch gleich wieder der Antriebssatz (Kettenrad, Ritzel und Kette) gewechselt.

• Bei 73.000 Kilometern war der Starter/Anlasser hinüber, was sich dahingehend äußerte, dass das Motorrad bei warmem Motor des öfteren nicht ansprang. Die Kohlen des Elektromotors waren so weit abgenützt (klicke ins Bild rechts zum Vergrößern), dass er ausgetauscht werden musste.

• Bei 78.500 Kilometern brach ein Teil der Schaltgabel, was sich beim Fahren ähnlich wie die 2012 gebrochene Feder der Schaltwelle dahin gehend auswirkte, dass sich der Schalthebel nicht mehr automatisch in die Ausgangsposition zurückstellte, weshalb dieser vor dem Runterschalten immer zunächst leicht mit dem Stiefel nach oben gedrückt werden musste. Womöglich die Folgen eines Offroadsturzes, der sich erst später auswirkte – Triumph wollte mir das Teil jedenfalls nicht auf Kulanz austauschen.

• Bei knapp 96.000 Kilometern entdeckte ich einen Haarriss an der Felge des Vorderrades – als (Spät)-Folge eines Offroad-Sturzes in Albanien, der mit der Zeit offenbar größer geworden ist. Da ein komplettes neues Rad extrem teuer gewesen wäre (original von Triumph über 1000 Euro!), wurde lediglich der Felgenring getauscht und mit den vorhandenen, unbeschädigten Speichen neu eingespeicht.

• Bei 100.000 Kilometern wurde zum dritten Mal (nach 40.000 bzw. 70.000 Kilometern) der  Antriebssatz (Kettenrad, Ritzel und Kette) gewechselt.

 • Bei knapp 108.000 Kilometern wurde der Kühlerschlauch undicht und musste ausgetauscht werden, was sich in kleinen feuchten Stellen unter dem Motorrad bemerkbar machte und man nach dieser Zeit bzw. Laufleistung durchaus als Verschleißerscheinung durchgehen lassen kann. 

• Bei rund 121.000 Kilometern waren die vorderen Bremsscheiben wieder unter der Toleranzgrenze und mussten (nach etwas mehr als 50.000 Kilometer im Betrieb) getauscht werden. Bei dieser Gelegenheit wurde auch erstmals der schon ziemlich durchgescheuerte Kettenschleifer an der Schwinge ersetzt, genauso wie die schon den gesamten Winter über schwächelnde Batterie. Nach 52.000 Kilometern stand ihr das auch zu – sie hielt damit deutlich länger als die ersten beiden Batterien.

• Nach etwas mehr als 127.000 Kilometern waren die Lager der Gabelholme völlig hinüber. Daher wurden die Gleitbüchsen zerlegt, vermessen, gereinigt und ausdistanziert, die Simmeringe getauscht, die Gabel wieder zusammengebaut und mit neuem Gabelöl gefüllt. Danach war das Ansprechverhalten der Gabel wieder top!

• Bei ca. 134.000 Kilometern verlor das Motorrad wieder Kühlflüssigkeit, was sich abermals in kleinen feuchten Stellen am Boden bemerkbar machte. Diesmal war der Grund nicht der Kühlerschlauch – der O-Ring von Thermostatsgehäuse musste gewechselt werden. Bei der Gelegenheit wurde das Gehäuse gleich mit Silikon abgedichtet – da tropft nix mehr raus!

 • Bei 136.500 Kilometer waren die Ansauggummis am Zylinderkopf auf den Drosselklappenkörper derart porös bwz. luftdurchlässig, dass sie getauscht werden mussten. Bemerkbar hatte sich das beim Fahren durch ein „Ruckeln“ im niedrigen Drehzahlbereich gemacht, das jedoch sofort wieder verschwand, sobald man den Motor hoch drehte. Kehren musste ich praktisch immer einen Gang niedriger als gewöhnt fahren, auch die Zündkerze war dadurch in Mitleidenschaft gezogen und musste ebenfalls getauscht werden.

An meinen Tiger lasse ich nur das fachkundige Team von Ossimoto: