Reifen

Vorne: 90/90 - 21  •  Hinten: 120/90 - 18

In der nachstehenden Tabelle werden meine subjektiven Eindrücke von gefahrenen Reifen auf der CCM GP 450 Adventure von 1 (grottenschlecht) bis 10 (perfekt) bewertet, damit jeder für sich nach ihm wichtigen Kriterien abwägen kann, welches Modell am ehesten seinen Vorstellungen entspricht. Die Tabelle unterscheidet sich zu jener der Reifentests mit der Triumph Tiger 800 XC darin, dass sie auch um den Bereich Schotter grob/felsiges Gelände erweitert wurde, dafür nicht zwischen Handling und Spurtreue unterschieden wird, sondern diese Agilitätst-Eindrücke gleich zusammen bewertet wurden. Auch sind die "Noten" nicht direkt 1 zu 1 von einer Tabelle in die andere übertragbar, da das Anforderungsprofil an die Motorräder ein unterschiedliches ist.

REIFEN-BEURTEILUNG (zum Vergrößern anklicken)

Bei den nachstehenden, einzelnen Beschreibungen der jeweiligen Reifen habe ich ganz bewusst auch immer gleich meine ersten Eindrücke niedergeschrieben und sie auch dann so stehen lassen, selbst wenn diese mit den Kilometern überholt wurden bzw. sich erste Erwartungen (ganz gleich, ob im positiven oder negativen Sinn) nicht bestätigten. So kann man sich meiner Meinung nach ein besseres Bild über die ErFAHRungen mit verschiedenen Modellen machen. Alle Angaben erfolgten nach bestem Wissen und Gewissen ohne jeglicher Markenpräferenz, sind aber natürlich subjektiv und beziehen sich ausschließlich auf den Gebrauch mit der CCM GP 450 Adventure - auf anderen Motorrädern kann das natürlich auch ganz anders aussehen. Alle Reifen fuhr ich auf der Straße im Normalfall mit 2,0 bar Luftdruck vorne und 2,2 bar hinten, auf längeren Offroadpassagen meist mit ca. 1,0-1,5 bar vorne und hinten, auf Touren mit regelmäßigen Offroadteilstücken auch irgendwo dazwischen...


Michelin T63

 

Laufleistung: hinten ca. 3000 bis 4000 km, vorne ca. 4500

 

Serienmäßig zieht CCM auf die GP 450 den Dunlop Trailmax auf - ein Reifen, der mir für dieses Motorrad bzw. den von mir geplanten Einsatzzweck doch eindeutig zu straßenlastig gewesen wäre. Daher entschied ich mich für den Michelin T63, der ebenfalls ab Werk geordert werden kann. Vom Profil erinnert der Hinterreifen an den Rallye-Reifen Michelin Dessert, vorne kommt der Grobstoller aber eher im gemäßigten Stil eines Mitas E-10/09 bzw. Conti TKC 80 daher, weshalb ihm auch ordentliche Eigenschaften auf Asphalt nachgesagt werden. Mehr über den Reifen im Zusammenspiel mit der CCM, Laufleistung sowie die Performance auf trockenem und nassem Geläuf gibt's hier sobald genügend Erfahrungswerte vorhanden sind.


Nach gut 3500 Kilometern mit den Michelins kann ich ein durchwegs positives Fazit ziehen: Der Reifen hält auf trockenem Asphalt bis zur letzten Rille, kann auch im Regen flott bewegt werden. Auf Schotter hält er stabil die Spur, auch feuchte Wiesen und gemäßigten Matsch meistert er, solange genug Profil vorhanden ist, was bei mir etwa 2500 Kilomter der Fall war. Wenn es wirklich matschig wird, stößt der T63 jedoch an seine Grenzen, unterm Strich kam er mir aber doch um einiges geländegängiger vor als etwa ein TKC 80, was jedoch auch daran liegen kann, dass ich diesen bislang nur auf schweren Reiseenduros gefahren bin. Jedenfalls hat der Michelin T63 gute Chancen, wieder einmal auf die Speichenfelgen meiner CCM zu kommen, auch wenn es das Hinterrad nur in der Dimension 120/80-18 gibt und man damit zwar nicht ganz den Vorteil einer 18-Zoll-Felge, aber doch gegenüber der eingetragenen Größe 120/90-18 ein wenig an Radumfang "herschenkt".



Mitas C-17 WF (vorne)

Mitas C-02 (hinten)

 

Laufleistung: C-02 ca. 1500 km,

C-17 WF ca. 2500-3000 km

 

Ohne (flotte) Asphalt-Abschnitte bzw. womöglich auch mit mehr Luftdruck bei selbigen wären mit dem Hinterreifen eventuell auch bis zu 1000 km mehr möglich.

 

Im November 2015 kam erstmals wirklich Grobes auf die CCM-Felgen: Vorne ein Mitas C-17WF, hinten der C-02 vom tschechischen Offroad-Reifenspezialisten. Beides Motocrossreifen mit Straßen-Zulassung. Der 02 soll für einen Stollenreifen mit hoher Laufleistung aufwarten und vor allem auf Schotter und steinigen Böden seine beste Performance bieten, aber auch im Sand und Matsch natürlich in einer anderen Liga spielen als etwa der T63 von Michelin. Der C-17-Vorderreifen in der WF-(Winter-Friction)-Ausführung soll auch auf kalten Böden guten Grip bieten, auf weichem Untergund über excellente Fahreigenschaften verfügen aber auch mit besonderer Durchschlagsfestigkeit bei Felskanten aufwarten. Ich bin überzeugt, dass die Reifen meinen Ansprüchen Offroad mehr als genügen, die Frage wird vielmehr sein, ob sie auch auf Asphalt in der Art "fahrbar" sind, wie ich gerne unterwegs bin. Auf den ersten Kilometern kostete es jedenfalls einiges an Überwindung, sie beherzt in die Kurven zu drücken, wenngleich die Gummis auf der Straße mit einer ordentlichen Laufruhe überraschten. Mehr, wenn genug ErFAHRungswerte da sind…


Diese Erfahrungswerte sind mittlerweile vorhanden und ich muss sagen, dass die Crossreifen durchaus auch auf Asphalt ihren Job recht gut gemacht haben. Die Gummis liefen ruhiger als erwartet und kündigten auch ihren Grenzbereich immer rechtzeitig an. Der C-02 an der Hinterachse ließ auf der Straße kontrollierte Drifts zu und biss sich abseits davon in jeden erdenklichen Untergrund fest. Speziell im groben Schotter und auf Felsen wird der Mitas in meinen Augen seinem Beinamen "Stone King" vollauf gerecht, aber auch auf feuchten Wiesen und im Schlamm ist er weitaus besser als z.B. der T63 oder andere grobstollige "Reiseenduro-Reifen" vom Schlage eines TKC80 oder Mitas E-09.

Ähnliches gilt auch für den Vorderreifen (C-17WF), der selbst bei niedrigen Temperaturen guten Grip bietet und sich auf felsigem Terrain als durchschlagsfest bestätigte. Auf der Straße sind damit zwar nicht ganz Schräglagen wie mit dem  T63 drinnen, im Verein mit dem C-02 hinten, der beim Rausbeschleunigen aus der Kurve meist ein wenig wegrutscht, ist aber durchaus auch die beherzte Pässefahrt auf Asphalt möglich. Bei Regen ist dagegen doch eher Vorsicht geboten, konnte ich nicht jenes Vertrauen zu den Gummis aufbauen, das  der Michelin weckt. Dazu hält sich beim C-17 auch der Verschleiß in Grenzen, dürften damit an die 3000 Kilometer drinnen sein.

Ganz im Gegensatz zum C-02, von dessen versprochener Unverwüstlich- bzw. Langlebigkeit ich nur wenig bemerkte. Nach nur 1500 Kilometer war er am Ende, speziell in der Mitte ganze Blöcke rausgehobelt. Wobei das zum Teil wohl auch an einer flotteren Schnellstraßen-Etappe auf dem Heimweg vom Friaul liegen wird, bei der ich mit meinem "Offroad-Luftdruck" unterwegs gewesen bin – gut möglich, dass sich der Verschleiß da mit mehr Luft im Schlauch in Grenzen gehalten hätte. Die wirklich guten Fahrleistungen, vor allem aber nicht nur abseits befestigter Wege, wo auch die Selbstreinigung der Reifen excellent ist, geben der Kombination Mitas C-17/C-02 gute Chancen, auch in Zukunft wieder einmal auf die Speichenfelgen der CCM GP 450 Adventure zu kommen. Aufgrund der im Mischbetrieb doch bescheidenen Laufleistung aber wohl eher dann, wenn die Anreise zu einem Offroad-Ziel am Hänger oder im Bus erfolgt. Wenn ich mich nicht dazu entschließe, für den ausklingenden Winter doch noch einen C-02 aufzuziehen (der Vorderreifen sollte ja noch einmal für ca. 1500 Kilometer gut sein), wird der nächste Reifensatz wohl der Pro F.I.M. oder der MT21 Rallycross von Pirelli, der den Kompromiss Straße/Gelände ähnlich gut wie der Michelin T63 hinbekommen und ihm auch punkto Haltbarkeit um nichts nachstehen sollte.


Metzeler 6 Days Extreme

 

Laufleistung hinten ca. 2000 bis 2500 km, vorne ca. 2500 bis 3000 km

 

Manchmal kommt es eben doch etwas anders als geplant...

Anfang April 2016 habe ich erstmals auf der CCM den 6 Days Extreme von Metzeler aufgezogen. Gleich die ersten Kilometer auf tief verspurten Waldwegen waren ein Riesenspaß. Davon, dass der straßenzugelassene F.I.M.-Reifen Offroad meinen Ansprüchen mehr als genügen wird, ist auszugehen - spannend wird vor allem einmal mehr die Antwort auf die Frage sein, wie er die Asphaltpassagen übersteht, die einfach nötig sind, um auf eigener Achse zum unbefestigten Untergrund zu gelangen. Um echte Stollenreifen auch auf der Straße etwas länger zu haben, empfiehlt sich auf alle Fälle eine "runde" Fahrweise, also nach Möglichkeit abrupte Bremsmanöver genauso zu vermeiden, wie übertriebene Beschleunigungsvorgänge. Und weil ich nicht immer einen Kompressor zur Hand habe bzw. mitführen kann, habe ich mich vorerst einmal als Kompromiss für diesen On/Offroadbetrieb für 1,5 bar vorne und hinten (Reifenhalter ist montiert) entschieden. Mehr über den in diversen Enduroreifen-Tests hochgelobten Gummi dann wie immer sobald genug eigene ErFAHRungswerte im "Endurowander-Einsatz" vorhanden sind…

Nach rund 2000 Kilometern kam der Metzeler wieder runter, auch wenn der Reifen hinten bestimmt noch weitere 500 und vorne wohl noch mehr gehalten hätte. Schweren Herzens irgendwie, weil ich mich abseits befestigter Wege damit extrem wohl fühlte – aber die bevorstehende Reise nach Albanien hätten die Gummis keineswegs mehr überstanden, dazu sind längere Asphalt-Etappen auch nicht wirklich das Ding des Metzelers. Wer seine Enduro artgerecht bewegen will, findet im Sixdays Extreme aber einen verlässlichen Begleiter, der auf allen nur erdenklichen Untergründen seine Stärken ausspielt. Ob im Gatsch, auf feuchten Wiesen oder auf felsigem Terrain punktet der Reifen vor allem durch seine Ausgeglichenheit bzw. Vielseitigkeit – wobei ich bei meiner Interpretation des Endurowanderns die Grenzen der Gummis, die auch der Hardenduro-Fraktion genügen, sicher nicht annähernd ausgelotet habe. Auf der Straße verlangt er freilich nach einer sensiblen Hand, Schräglagen sind durchaus möglich, das Wegrutschen des Hinterrades bleibt bis zu einem gewissen Grad kontrollierbar, kommt in diesem Punkt aber nicht an die "Driftfähigkeit" des Mitas C-02 heran. Ab etwa 120 km/h beginnt das Vorderrad auf Asphalt ordentlich zu pendeln, alles darüber wird zu einer Herausforderung an Konzentration und eigentlich nicht mehr fahrbar.

Mein Fazit: Hat man seine Spielwiesen in unmittelbarer Nähe oder reist man mit dem Bike am Hänger zum Zielort, gibt es wenig, was gegen den Metzeler Sixdays Extreme spricht oder mehr Spaß macht, im "Mischbetrieb" erfordert er aber doch "Disziplin" bzw. eine sanfte Gashand auf der Straße – im Gegenzug wird man abseits davon mit einem wirklich breiten Einsatzspektrum belohnt. Ich kann mir vorstellen, dass er wieder mal auf die Felgen kommt, ähnlich wie bei der davor verwendeten Mitas-Kombi C-02/C-17 aber eher dann, wenn die Anreise zum Endurowandern nicht auf eigener Achse erfolgt.


Pirelli MT 21 Rallycross

 

Laufleistung: ?

 

Nach zwei Sätzen reiner Cross-Reifen und einer bevorstehenden Reise, auf der unweigerlich auch längere Asphalt-Etappen dabei sein werden, kam im August 2016 wieder ein Gummi auf die Speichenfelgen der CCM, der den üblichen Spagat zwischen On- und Offroad besser hinbekommt und sowohl auf als auch abseits der Straße Fahrspaß verspricht. Die Wahl fiel auf den MT 21, den "Klassiker" von Pirelli. Fürs erste einmal mit jeweils 2,0 Bar Luftdruck vorne wie hinten versehen, waren die ersten Kilometer auf der Straße (natürlich mit der bei neuen Gummis immer gebotenen Vorsicht!) gleich ein merkbarer Unterschied, allein von der Laufruhe, auch bei höheren Geschwindigkeiten.

Natürlich bin ich wie immer gleich bei der ersten Gelegenheit auf meine Schotterwege abgebogen. Selbst bei beherztem Tempo über losen Untergrund hält der Rallycross stabil die Spur, auch (trockene) Wiesen-Passagen bereiten dem Reifen keinerlei Probleme, feuchte Abschnitte waren auf den ersten 150 Kilometern keine dabei. Wie er sich darauf schlägt, wie er im Alltagsbetrieb auf trockener und nasser Straße zu handeln ist und wie die Laufleistung ausfällt, gibt's hier sobald genügend ErFAHRungswerte gesammelt sind.